Land- und Forstwirtschaft
Wirtschaft im Schwarzwald - Land- und Forstwirtschaft
Typisch für die Land- und Forstwirtschaft in der Schwarzwald-Region ist die markante Zweiteilung: Im milden Oberrheintal wachsen einem Garten Eden gleich an den Sonnenhängen die herrlichen Weintrauben, dazu Kirschen und Zwetschgen in Fülle; in der Rheinebene gedeihen neben Gemüse und Ackerfrüchten zahlreiche Sonderkulturen von Tabak über Erdbeeren bis hin zum Spargel prächtig. Im Zentrum des Schwarzwaldes dominiert die Grünfläche die Land- und Forstwirtschaft: Auf den Wiesen grasen Kühe, deren Fleisch und Milch sich versilbern lassen, neuerdings lohnt auch die Schaf- und Ziegenzucht. Die Zucht von Straußen (bei Rheinmünster) für die Fleischerzeugung oder Kamelen (Rotfelden) als Touristenattraktion zählt eher zu den exotischen Versuchen, den Herausforderungen in der Landwirtschaft zu begegnen. Wie in allen klimatisch und landschaftlich benachteiligten Gebieten leiden auch die Schwarzwaldbauern unter ihrer Situation. Rund ein Drittel der Betriebe im Schwarzwald sind heute Vollerwerbsbetriebe. Viele nutzen die Möglichkeit, Einnahmen aus dem Schwarzwald-Tourismus zu erzielen, indem sie Urlaub auf dem Bauernhof oder andere Unterkunft im Schwarzwald anbieten, einen Hofladen mit Erlebnislandwirtschaft einrichten oder als Bio-Hof spezialisiert ökologische Produkte vermarkten.
Trend geht zu immer größeren Flächen
Im Freiburger Raum liegt die durchschnittliche Betriebsgröße bei rund 18 Hektar, daneben gibt es unter den 3000 Höfen in diesem Raum 30 Großbauern, die über 100 Hektar Nutzfläche verfügen. Auch bei den Nebenerwerbslandwirten zeigt sich im Schwarzwald das gewohnte Bild:
Immer mehr Landwirte hören altershalber auf, Nachfolger finden sich selten. Das könnte weit reichende Folgen haben. Denn die Bauern spielen eine entscheidende Rolle für den Erhalt der Kulturlandschaft im Schwarzwald. Würden sie die Weiden nicht mähen oder hier ihre Tiere nicht mehr grasen lassen, würde der Wald im Handumdrehen jeden Quadratmeter Boden zurückerobern. Diese Zunahme der Waldfläche durch die Aufgabe der Weidewirtschaft hat vor allem im Nordschwarzwald in Besorgnis erregendem Maße eingesetzt.
Viel privater Wald im Südwesten
Freilich leben auch heute noch viele Schwarzwälder in ihrem Wald bzw. arbeiten ganz oder teilweise in der Land- und Forstwirtschaft. Fast die Hälfte des Waldes zählt zum Privatwald, das ist gemessen an der gesamten deutschen Land- und Forstwirtschaft ein sehr hoher Anteil. Doch verheerende Orkane, zuletzt „Lothar“ am 2. Weihnachtfeiertag 1999, haben Waldbesitzer und auch die kleinen Sägewerke fast an den Rand des Ruin gedrängt. Weil nach den Stürmen Millionen Kubikmeter Holz auf einen Schlag auf den Markt gebracht werden mussten, verfielen die Holzpreise. Zwar war wird die Aufforstung im Schwarzwald von der öffentlichen Hand gefördert, doch bis diese Wälder wieder Ertrag abwerfen, müssen Jahrzehnte vergehen. Wer einen Eindruck von den Zerstörungen des Orkans Lothar auf die Land- und Forstwirtschaft des Schwarzwalds bekommen möchte, dem sei der „Lotharpfad“ am Schliffkopf empfohlen.
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