Tiefenbronn – gotische Kunst und Wege
Unterkünfte in Tiefenbronn
In Tiefenbronn stehen bedeutende Zeugnisse gotischer Kunst neben Wegen für Rad- und Spazierausflüge. Wer einen Aufenthalt plant, kann den Ort daher über verschiedene Interessen erschließen: einen Besuch in St. Maria Magdalena, einen historischen Rundgang oder eine Tour durch die umliegenden Landschaften. Die Angebote unterscheiden sich in Charakter und Anspruch; das hilft bei der Frage, welche Themen Ihre Reise bestimmen sollen.
Der Magdalenenaltar von Lucas Moser in der Kirche St. Maria Magdalena in Tiefenbronn.
Foto: Lucas Moser via Wikimedia Commons, Public domain
Gotische Kunst in St. Maria Magdalena
St. Maria Magdalena ist eine Schenkungskirche, die erstmals in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts erwähnt wurde. Ihre fünf spätgotischen Flügelaltäre umfassen Werke aus unterschiedlichen Jahrzehnten. Der Magdalenenaltar von Lucas Moser entstand 1431/32 und widmet sich ikonographisch den Themen Reue, Buße und Umkehr. Der Hauptaltar von Hans Schüchlin stammt aus dem Jahr 1469 und zählt zu den bedeutendsten Flügelaltären Südwestdeutschlands.
Das große Retabel des Hochaltars ist als Marien- und Passionsaltar gestaltet. Zu seiner Form gehören beidseitig bemalte Flügel, eine Predella und ein Gesprenge. Auch der gotische Chor bietet einen eigenen Zugang zur Bau- und Kunstgeschichte: Er stammt aus der Zeit um 1350 und besitzt ein hohes Kreuzrippengewölbe. Seine wertvollen Glasfenster wurden 1370 in Straßburg hergestellt und 1976 von Emil Wachter ergänzt.
Ein weiteres Kunstwerk ist die gotische Turmmonstranz des Augsburger Künstlers Jörg Seld aus dem Jahr 1500. Sie gilt als das wichtigste Kleinod des Kirchenschatzes. Zusammen zeichnen die Altäre, der Chor und die Monstranz unterschiedliche Seiten des kulturellen Erbes von St. Maria Magdalena – von der Ausstattung des Kirchenraums bis zu einem einzelnen bedeutenden Schatzstück.
Führungen und historische Ortswege
Führungen durch St. Maria Magdalena können nach vorheriger Absprache angemeldet werden: über das Pfarrbüro oder bei Annemarie Gindele unter 07234 4211. Wenn Sie eine Führung einplanen, klären Sie den Termin vorab. So lässt sich der Kirchenbesuch gezielt mit den weiteren Stationen Ihres Aufenthalts verbinden.
Der historische Ortsrundgang in Tiefenbronn vermittelt Hintergrundinformationen zum Schloss der Gemmingen und zu weiteren Gebäuden. Historische Bilder auf Gebäudetafeln geben dabei Einblicke in frühere Zeiten. Der Rundgang richtet sich damit an Besucherinnen und Besucher, die den Ort über seine Baugeschichte kennenlernen möchten.
Eine andere Art der Erkundung bietet der „Weg der Sinne“, ein relativ kurzer Spazierweg vom Sportplatz zum Friedhof in Tiefenbronn. Hede Leicht gestaltete ihn 2017. Texte am Wegesrand laden dazu ein, die Umgebung aufmerksam wahrzunehmen; auch Bäume, Sträucher und Blumen gehören zu den Eindrücken, auf die der Weg den Blick lenkt. Der Wanderweg R 2000 wiederum führt als Rundwanderweg einmal um den Ortsteil Tiefenbronn. Die beiden Wege unterscheiden sich damit sowohl in ihrem Charakter als auch darin, ob Sie einen kurzen Spaziergang oder eine Runde um den Ortsteil suchen.
Radfahren mit unterschiedlichen Schwerpunkten
Der Kapellenweg ist eine mittelschwere Radtour, die für ATB- und MTB-Räder geeignet ist. Er ist von Tiefenbronn über Neuhausen bis Hohenwart ausgeschildert. Beachten Sie bei der Tourenplanung, dass einige Kapellen etwas abseits des Weges liegen. Die Route verbindet Radfahren mit dem Besuch dieser religiösen Zeugnisse, ohne dass jede Kapelle unmittelbar an der Strecke liegt.
Als längere, ebenfalls mittelschwere Tour führt die Route Würm/Monbachtal durch den Hagenschieß, entlang der Würm und Nagold sowie durch das Monbachtal. Sie verläuft über Neuhausen und führt zurück nach Tiefenbronn. Sie ist für geübte Familien mit Fahrraderfahrung geeignet. Im Vergleich zum Kapellenweg steht hier die längere Strecke durch unterschiedliche Landschaftsräume im Vordergrund. Für eine leichte, kurze Radtour in der Umgebung von Tiefenbronn ist die Höfetour eine weitere Möglichkeit: Sie führt rund um Tiefenbronn und macht Bauernhöfe zum Thema; sie ist für die ganze Familie beschrieben.
Für Ihre Reiseplanung bieten die unterschiedlichen Touren eine konkrete Auswahl: eine mittelschwere Kapellenroute, eine längere Tour mit Fahrraderfahrung oder eine leichte und kurze Höfetour. Wenn Sie lieber zu Fuß unterwegs sind, können Sie zwischen dem thematischen „Weg der Sinne“, dem Rundwanderweg R 2000 und dem historischen Ortsrundgang wählen. Diese Unterschiede geben Ihnen Anhaltspunkte dafür, welche Aktivitäten am besten zu Ihrem Aufenthalt passen. Für die Wahl eines Hotels kann es deshalb hilfreich sein, zuerst zu entscheiden, ob Kunst und Ortsgeschichte oder Rad- und Spazierwege Ihre Reise stärker prägen sollen.
Weitere Ortsseiten für Ihre Reiseplanung: Lehningen, Mühlacker, Wiernsheim, Pforzheim, Maulbronn, Niefern-Öschelbronn, Heimsheim, Neuhausen.
Zur übergeordneten Reiseübersicht: Enzkreis.