Wutachschlucht - Canyon im Schwarzwald
Wutachschlucht - Canyon im Schwarzwald

Wutachschlucht - der Canyon

Die Wutachschlucht – Ein Canyon im Schwarzwald

Es rumort unter der Erdoberfläche in der Gegend um den Bonndorfer Graben, der Bruchzone zwischen den Vulkanlandschaften des Kaiserstuhls und des Hegaus. Das eindrucksvollste Zeugnis dieser geologischen Unruhe ist die bis zu 170 Meter tief geschnittene Wutachschlucht.

Bis vor etwa 70.000 Jahren floss die Wutach auf einem 200 Meter höher gelegenen Niveau der Donau zu, die Quelle der Wutach lag damals wahrscheinlich im Kandelgebiet. Mit dem Aufsteigen des Schwarzwaldes im Erdzeitalter des Tertiär verlagerte die Wutach sich ins Feldberggebiet, wo sie heut am Seebuck entspringt, als Seebach den Feldsee und als Gutach den Titisee verlässt.

Nach der Haslachmündung wird die Gutach zur Wutach. Die Wutachschlucht dann selbst ist ein lebendiges Lehrbuch der Geologie, das die verschiedenen Gesteinsschichten und die von ihnen verkörperten Erdzeitalter anschaulich vorführt.

Ungebändigte Urwälder überziehen die Wände der Wutachschlucht, aus denen mächtige Felsabbrüche wie Mauern von gigantischen Schlössern weiß hervorschimmern.

Der Talgrund der Wutachschlucht, in dem sich der Fluss zwischen Schotterbänken machtvoll seinen Weg sucht, ist das Urbild eines Canyons, wie man ihn in Mitteleuropa kaum vermutet. Von der Ferienwohnung in Lausheim oder der Unterkunft in Bonndorf aus ist die Wutachschlucht gut zu erreichen.
Viele bedrohte Tier- und Pflanzenarten haben in der Wutachschlucht eine Zufluchtsstätte gefunden. Eisvogel, Gebirgsstelze und Wasseramsel schwirren als fliegende Edelsteine über die brodelnden Wasser. Im Frühling sind die Hänge der Wutachschlucht von Märzbechern übersät, der Seidelbast strömt seinen betörenden Duft aus.

Mit etwas Glück kann der aufmerksame Schwarzwald-Besucher in der Schlucht der Wutach sogar seltene Orchideen wie das Bleiche Knabenkraut oder die exotisch schöne Sumpfstendelwurz antreffen. Ein schmaler Wanderweg führt von der Talsohle hinauf zu schwindelnden Höhen, etwa beim Räuberschlössle oder am großen Kanzelfelsen, von denen man fast senkrecht in die Wutach-Schlucht hinabschauen kann. Oft geht es halsbrecherisch in halber Höhe unter überhängenden Felsen durch. Die gefährlichsten Partien sind mit einem Drahtseil als Geländer gesichert.


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