Himmelreich-Höllental

Himmelreich-Höllental-Schwarzwald Himmel oder Hölle? Beim Wandern im Hochschwarzwald stösst man auf beeindruckende Landschaften und mystische Orte

Vom Himmelreich ins Höllental im Schwarzwald

Wie ein großes Amphitheater wirkt das weite rund des Zartener Beckens auf den Reisenden, der sich von Freiburg aus auf den Weg vorbei an der Schwarzwald-Gemeinde „Himmelreich“ (Himmelreich mit eigenem Bahnhof…) ins Höllental des Hoch-Schwarzwalds macht.

Urlaub im Himmelreich?

Zum Schwarzwald-Urlaub in Himmelreich kann man sogar mit der Bahn anreisen, denn der Bahnhof Himmelreich, direkt am Fuss des Höllentales, bringt die Feriengäste fast bis vor die Tür ihrer Unterkunft im Schwarzwald. Ebene grüne Wiesen, fruchtbare Äcker und die erlenbestandene Flußaue der Dreisam bilden eine lieblichen Kontrast zu den strengen hohen Schwarzwald-Gipfeln ringsum. Der Kurort Kirchzarten geht auf eine keltische Siedlung „Tarodunum“ zurück, die schon 150 n. Chr. bezeugt wird. Eschbach- und Wagensteigtal führen in den Hochschwarzwald hinauf auf die Höhen von St. Peter, St. Märgen, Zastler- und St. Wilhelmertal ins Schwarzwälder Feldberggebiet.

Doch keins ist so viel befahren wie das Höllental, die wichtigste Ost-West-Achse der Region Hochschwarzwald. Der mehrspurige Ausbau der Straße, über die einst die österreichische Kaiserstochter Marie Antoinette ihrem zukünftigen Gemahl und den Schrecken der Französischen Revolution entgegenreiste, hat zwar das „Nadelöhr“ um den Hirschsprung und die Ravennaschlucht erweitert, aber nun stöhnen die Einwohner der östlichen Stadtteile Freiburgs unter der pausenlos rollenden Lawine von Autos und Lastwagen – das „Höllental“ hat sich westwärts verlagert.

Höllental, eine Verkehrshölle

Urlaub im Höllental ist seit dem grossen Zuwachs des Verkehrs zwischen Freiburg und Kirchzarten und den weit oben liegenden Orten Hinterzarten, Titisee und weiter in den Schwarzwald hinein eigentlich nicht mehr möglich - allerdings ist das nichts Neues. Von jeher waren die Touristen, Händler und Reisenden aller Art froh, wenn sie die enge und kurvenreiche passage zwischen Berg und Tal hinter sich gebracht hatten und entweder von den Schwarzwald-Gipfeln aus in die Ferne schauen oder in das deutlich angenehmere Leben im warmen Freiburg und der Umgebung eintauchen konnten.

Geradezu furchteinflössend war das Höllental schon immer. Die Felsenenge um den Hirschsprung war von jeher ein Anziehungspunkt für Schwarzwald-Reisende, die nach ihrer Rückkehr aus dem Höllental wortreich ihr ganz persönliches Schwarzwald-Abenteuer im Wirtshaus schilderten. Man empfand diese Stelle als so schauerlich, dass man den Ausgang in die weite lichte Ebene „Himmelreich“ nannte. Gustav Schwab schrieb in seinen „Wanderungen“ 1838 darüber: „… ehe man sich versieht, findet man sich von den ungeheuersten, bald hervorspringenden, bald thurmähnlich emporsteigenden, bald überhängenden Felsenmassen umringt, eingeschlossen und fast bedroht. Bei jedem Schritte, den der Wanderer thut, treten ihm neue Felsenkolossen entgegen; der Vorschritt scheint ihm abgeschnitten; und blickt er, wie zagend, hinter sich, so ist auch hier die eben noch offene Strasse durch wie plötzlich hervorgesprungene Steinblöcke gesperrt…. Der kühnste Fels heisst der Hirschensprung. Die Sage von einem Wilde, das ein kühner Sprung von Fels zu Felsen rettete, während der nacheilende Jäger von der Tiefe verschlungen ward, knüpft sich an denselben.“ Der fast lebendig wirkende Bronzehirsch auf der Felsenzinne erinnert den Schwarzwald-Urlauber an diese Begebenheit.

Die Oswald-Kapelle bei Höllsteig ist das älteste Zeugnis kirchlicher Bauten im Hochschwarzwald. Ein Ritter von Falkenstein hat sie dem Patron der Kreuzfahrer, dem heiligen Oswald gestiftet. 1148 wurde sie geweiht: Von der hoch über dem Tal gelegenen Burg der Falkensteiner sind noch einige Reste vorhanden. Beim Wandern im Schwarzwälder Höllental kann man jedoch auch heute noch Beeindruckendes sehen: „Rabenbach“ hieß alten Schriften zufolge früher einmal der Ravennabach. Die Schlucht, durch die er herabstürzt, ist wild und malerisch. Adolf Faller, der damalige Sternenwirt von Höllsteig machte dieses Naturschauspiel schon 1875 für Wanderer zugänglich. Der untere Teil der Ravennaschlucht ist von einem Viadukt der Höllentalbahn einzusehen, die Autofahrer müssen sich an dieser Stelle mit ein paar veritablen Serpentinen begnügen.

Foto: VoyageMedia für Schwarzwald-Netz.com Original-Bild/ Mögliche Kopie: Reisetipps Schwarzwald Kathleen Rinnau

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