Stadtrundgang Freiburg

Stadtrundgang Freiburg Beim Stadtrundgang durch die Altstadt von Freiburg im Breisgau kommt man fast zwangsläufig auch am Schwabentor vorbei - hier gehts hinaus aus der Stadt in die schönen Berge

Stadt-Rundgang Freiburg

Der monatlich erscheinende Stadtführer des Freiburger Verkehrsamtes schlägt auf der letzten Seite, nachdem alle Veranstaltungen genannt sind, Konzert und Kino, Theater und Vortrag, Unterhaltung und Sport, Museum und Galerie, einen kleinen Stadtrundgang durch Freiburg vor.

Unser Stadtbummel durch Freiburg beginnt, wo könnte es anders sein, am Münsterplatz, der vormittags vom Leben und Treiben des Bauernmarktes überquillt. An seiner Faszination hat sich seit den Tagen von Dorothea Schlegel nichts geändert, nur der Genuss einer saftigen „Freiburger Roten“ mit Senf blieb der dichtenden Dame vermutlich vorenthalten. Prachtvolle historische Bauten umsäumen den Platz, augenfällig das spätgotische Alte Kaufhaus mit seinen Arkaden, Erkern und Türmchen, das barocke „Wenzingerhaus“, auf der Nordseite das von einem Treppengiebel gekrönte Kornhaus. Das Münster beherrscht mit majestätischen Proportionen und dem „schönsten Turm der Christenheit“ das bunte Bild als ruhender erhabener Mittelpunkt. Wer Urlaub im Schwarzwald gebucht hat, kommt irgendwann ganz sicher auch zum Freiburger Münsterplatz. Vor dem imposanten Münsterturm treffen sich nicht nur Einheime zum Freiburger Wochenmarkt am Samstag, sondern hier trifft man jeden Tag auch Freiburg-Besucher aus dem nahen Elsass und der Schweiz sowie aus aller Herren Länder.

Nach einer Bauzeit von dreieinhalb Jahrhunderten wurde das Gotteshaus im Jahr 1513 geweiht. Sein Inneres birgt eine Fülle von Kunstschätzen, beispielsweise den Hochaltar von Hans Baldung, genannt Grien, oder die in geheimnisvoll dunklen Farben glühenden Maßwerkfenster und Fensterrosetten.

Durch die Münsterstraße geht es zur Kaiser-Joseph-Straße, der Hauptverkehrsader der Innenstadt, die heute mit ihren Kaufhäusern und Boutiquen ganz für die Fußgänger und Straßenbahnen reserviert ist. Durch die schmale Franziskanergasse, vorbei an der roten Prachtfassade des 1516 erbauten Hauses „Zum Walfisch“, gelangt man auf den Rathausplatz mit dem Denkmal des Benediktinermönches Berthold Schwarz, der vermutlich nicht ahnte, was seine Erfindung, das Schießpulver, an Folgen für die Menschheit bereithielt.

Unter den schattigen Kastanien ist gut rasten. Vor dem schmucken Rathaus lassen fröhliche Hochzeitspaare gerne ein Bild fürs Album knipsen. Im romantischen Innenhof finden im Sommer Theateraufführungen statt. Die Turmstraße führt auf den Rotteckring: Auf der rechten Seite die Gerichtslaube, das älteste Ratsgebäude der Stadt aus dem späten 13. Jahrhundert. In ihr hielt Kaiser Maximilian 1498 den Reichstag ab. Geradeaus erhebt sich auf einem kleinen, mit hübschen Parkanlagen geschmückten Hügel das Colombischlößchen, ein der englischen Neugotik nachempfundener Backsteinbau mit Maßwerkdekoration. Die Villa wurde 1861 für eine reiche spanische Gräfin gebaut, die von St. Petersburg nach Freiburg übersiedelte.

Der Streifzug führt weiter am Schwarzen Kloster der Ursulinen vorbei zum Universitätszentrum. Auf dem Rasen vor dem Kollegiengebäude II steht ein steinerner Sockel, von dem der altbadisch-liberale Professor Carl von Rotteck nachdenklich auf die zu seinen Füßen lagernden Studenten und Punks herabschaut. Weiter im Hintergrund eine Skulptur, „die Liegende“ von Henry Moore. Wenn man die Bertoldstraße hinaufspaziert, liegen links die Universitätskirche und die Alte Universität, die heute die Forstwissenschaftliche Fakultät beherbergt.

Die Universität wurde 1457 vom österreichischen Erzherzog Albrecht IV. gegründet. Auf einem hohen, modern gestalteten Stein reitet der Ritter Berthold II. von Zähringen mit herrisch erhobenem Schild gen Westen. Seine Familie gründete Freiburg, zog aber im Territorialstreit mit den Habsburgern den kürzeren. 1218 starben die Zähringer im Mannesstamm aus. Einige der Herzöge sind in der Klosterkirche von St. Peter begraben. Die Kreuzung am Bertoldsbrunnen ist der Schnittpunkt der beiden rechtwinklig zueinander verlaufenden Hauptachsen, die für den Grundriss der Zähringerstädte typisch sind.

Nun geht es westwärts durch das Martinstor, dann halblinks zur Fischerau, einem äußerst reizvollen, am Gewerbekanal gelegenen alten Stadtviertel mit stillen Winkeln. Am Adelhauser Kloster vorbei, zur malerischen „Insel“ und von dort über den Augustinerplatz zur Salzstraße. Die Sammlungen des Museums für Natur- und Völkerkunde sowie des Augustinermuseums sind berühmt und werden durch wechselnde Ausstellungen zu speziellen Themen ergänzt.

Von hier ist es nicht weit zum Schwabentor, auf dem der schlaue Schwabe abgebildet ist, der den Freiburgern ihr Städtle abkaufen wollte. Einen Wagen voll Gold hat er mitgebracht in der Meinung, das genüge als Kaufpreis für die Perle an der Dreisam. Ob er im nahe gelegenen „Bären“, dem ältesten Gasthaus Deutschlands, Quartier gemacht hat? Kurz vor dem Tor biegen wir nach links in die Konviktstraße ein, die vielerorts als besonders gelungenes Beispiel einer Altstadtsanierung zitiert wird. Hier lagen kleine gemütliche Lokale und Cafés zu einer Verschnaufpause ein. Durch die Münzgasse am Erzbischöflichen Ordinariat vorbei erreichen wir den Münsterplatz von der Ostseite her, wo auch die ehemalige Münsterbauhütte steht.

Den ganzen Weg haben uns die munter plätschernden Bächle begleitet, deren Wasser weiter oben von der Dreisam abgezweigt und in die Stadt geleitet wird. Wir haben die phantasievollen Mosaikbilder aus aufgespaltenen Rheinkieseln auf den Gehwegen bewundert. Sie haben oft das Gewerbe des jeweiligen Hauses, vor dem sie sich befinden, zum Thema: eine Brezel, eine Schere, vor der Universität eine Eule, die auf einem aufgeschlagenen Buch hockt, vor dem Rathaus die Wappen der Freiburger Partnerstädte. Und auf einem Gehweg in der Habsburgerstraße ist mit weißen Steinen der 48. Breitengrad markiert, der genau durch die Stadt verläuft.

Foto: VoyageMedia für Schwarzwald-Netz.com

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