Kandern im südlichen Schwarzwald

Kandern

Kandern im südlichen Schwarzwald.

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Markgraf Georg Friedrich war 1605 das Jagdglück besonders hold. Die Strecke, die er aus den Wäldern um Kandern herum heimbrachte, muss beachtlich gewesen sein. Sicher war auch ein kapitaler Schwarzkittel darunter, denn vor lauter Freude stiftete der Jagdherr der Stadt Kandern ein silbervergoldetes Trinkgefäß in der Form eines Keilers, das er bei einem Augsburger Goldschmied anfertigen ließ: die güldene Sau von Kandern.

Eindreiviertel Liter Wein passten in ihren Bauch und wer sich ins Gästebuch des Forstamts einschreiben wollte, musste sie zuvor in einem Zug leer trinken. So kam mancher bizarre Eintrag zustande. Heute steht das kostbare Tier, das viele unruhige und böse Zeiten überdauert hat und zeitweise sogar in einer Scheune versteckt war, im badischen Landesmuseum in Karlsruhe. Replikate davon kann man im Kanderner Forsthaus sowie im Heimat- und Keramikmuseum zu bewundern.

Wenn man vor der Johannisbreite über Sitzenkirch in die Stadt hereinkommt, hat man rechts den Schornstein und die schön gemauerten Fachwerkgebäude der Ziegelei. Der Kandener Ton ist aber nicht nur für Backsteine geeignet. Anfang des 20. Jahrhunderts wurde er durch die keramischen Kunstwerke Max Läugers und Richard Bampis weithin bekannt. Heute setzen die Künstler Hermann Hackenjos, Hermann und Vreni Messerschmidt und Horst Kerstan die Tradition der hohen Töpferkunst fort.

Ein anderer Künstler, der Bruder der Kanderner Kronenwirtin, August Macke, verbrachte öfters erholsame Ferien in Kandern. Als er einmal in prächtiger Urlaubslaune den ganzen Kronensaal ausmalte, fanden die rechtschaffenen Bürger, er habe es ein wenig zu bunt getrieben. Mit einigen Eimern Tünche war die Ordnung bald wieder hergestellt. Ein Bild, das Macke von der Stadt gemalt hat, hängt heute im Freiburger Augustinermuseum.

Von Kandern führt ein Bahngleis talabwärts. Hier bummelt an bestimmten Sonntagen im Sommer das „Chanderli“ durch die schmucken Markgräflerdörfer Hammerstein, Wollbach, Wittlingen, Rümmingen und Binzen nach Haltingen. Ein Verein für historische Bahnstrecken hält es am Leben.

Kandern ist in Freundschaft verbunden mit dem Ort SOUFFLENHEIM im benachbarten Elsass (Bas-Rhin).siehe dazu auch "Schwarzwald und Vogesen"

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