Schuttig Elzach

Elzacher Schuttig

Schuttig - Elzach. Die fünfte Jahreszeit – Der Elzacher Schuttig ist los!

Die drei Herren Adria Burger, Franz Lang und Konrad Wernet aus Elzach haben eine wichtige Funktion im Gemeindewesen des Landstädtchens:

Sie schnitzen die Larven der Elzacher „Schuttig“. Schuttig kommt von „Schaurtag“, alemannisch „Schuurtig“, wie man bis ins 18. Jahrhundert den Aschermittwoch nannte.

Furcht und Schrecken sollen sie verbreiten, das „Dotegfriß“, die „Wildmännerlarven“, „Langnasen“ und „Mundle“.

(Unser Bild zeigt eine Fasnetlarve - kein Schuttig)

Im Stil sind sie unverkennbar, individuell aber gleicht keines dieser Narrengesichter dem anderen. Wie mir versichert wurde, versuchen die Schnitzer auch die Persönlichkeit ihrer Auftraggeber, die sie ja kennen, mit in den Ausdruck der Larve einzuarbeiten. Der „Schuttig“ ist eine der prächtigsten und eindrucksvollsten Narrengestalten der alemannischen Fasnet. Zum kompletten Anzug gehört neben der Larve der dreispitzartige Schneckenhut mit den roten Wollbollen, den heute Erwin Thoma in Handarbeit herstellt, und das feuerrote Zottelgewand.

Der Ablauf des Elzacher Fasnetkalenders ist seit Jahrzehnten unverändert. Höhepunkt ist der große Fackelzug der Schuttig mit dem Tanz des Teufelschuttig um den Flammenstoß am Abend des Fastnachtsonntag. Der dämonische Anblick des durch die engen Straßen züngelnden Flammenmeers und der im flackernden Feuerschein beleuchteten Fratzen und Spukgestalten ist schaurig und erhaben zugleich. Musik und Lärm erfüllt die Straßen, dumpf dröhnen die „Saublodere“ auf das Pflaster; gespenstisch zucken rote Schatten über die Fassaden der Häuser.

Mit der feuchtfröhlichen Art, wie anderswo Fastnacht gefeiert wird, hat die alemannische Fasnet wenig gemeinsam.

Das in der Frühe des Montagmorgens stattfindende „Taganrufen“ gleicht einem feierlichen Ritual. Der Nachtwächter und sein Weib sind dabei; die sieben Taganrufer mit ihren hohen Spitzhüten, Tschakos genannt und den weiten weißen Hemden sind die Narrenrichter. Nach dem Lied des Nachtwächters begibt sich der Zug ins Städtchen, um an bestimmten Stellen Gericht zu halten.

Kaum ist die heißgeliebte Fasnet vorbei, hört man schon im Städtle sagen „S’ goht degege“ (Es geht wieder darauf zu).

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