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Kaiserstuhl, Tuniberg und Markgräflerland entdecken

Am Westrand des Schwarzwalds liegen drei sehr unterschiedliche badische Weinlandschaften: der vulkanische Kaiserstuhl, der offene Höhenrücken Tuniberg bei Freiburg und das südliche Markgräflerland als Heimat des Gutedels. Ihre Böden, Weinorte und Wege geben einem Ausflug jeweils einen eigenen Schwerpunkt.

Weinbau im Schwarzwald Ungewöhnliche Weinlagen in der Schwarzwald-Region wie die Wein-Terrassen im Weinbaugebiet Kaiserstuhl faszinieren die Touristen Foto: VoyageMedia für Schwarzwald-Netz.com
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Kaiserstuhl: Vulkan, Löss und gewachsene Weinbauterrassen

Nordwestlich von Freiburg erhebt sich der Kaiserstuhl bis auf 556 Meter über der Oberrheinebene. Das erloschene vulkanische Massiv umfasst rund 4.200 Hektar Rebfläche; der Weinbau prägt die Hänge bis in etwa 400 Meter Höhe. Auf den südlichen und südwestlichen Flanken liegt Vulkangestein stellenweise nur unter einer dünnen Bodenschicht. In anderen Hanglagen ist der Tuff von Löss bedeckt, der bis zu 40 Meter mächtig werden kann und Niederschlag speichert. Weil Löss leicht erodiert, entstanden über Jahrhunderte sorgfältig angelegte Rebterrassen. Viele kleinteilige ältere Terrassen wurden in den 1970er-Jahren zu größeren Flächen umgestaltet. Zusammen mit Hohlwegen, Trockenwiesen, Laubwald und Weindörfern erklärt diese Geschichte den vielgestaltigen Charakter der Landschaft.

Die Burgunderfamilie prägt das Sortiment: Spätburgunder sowie Grau- und Weißburgunder gehören zu den verbreiteten Sorten. Auch Chardonnay, Riesling, Müller-Thurgau, Muskateller und weitere Reben gedeihen in den unterschiedlichen lokalen Bedingungen. Für eine Weinprobe können Sie nach Weinen verschiedener Hanglagen oder nach dem Einfluss von Löss und vulkanischem Untergrund fragen. Das macht den Kaiserstuhl besonders passend, wenn neben der Verkostung auch die Entstehung einer Kulturlandschaft interessiert. Bei einem Spaziergang bieten sich Wege zwischen Weinorten, Hohlwegen und Aussichtspunkten an; Höhenmeter und direkte Sonneneinstrahlung sind bei der Wahl der Runde mit einzurechnen.

Tuniberg: offene Rebhänge vor den Toren Freiburgs

Der etwa zehn Kilometer lange, rund 100 Meter hohe Tuniberg liegt westlich von Freiburg zwischen Kaiserstuhl, Breisgau und Markgräflerland. Unter einer mächtigen Lössdecke besteht sein Untergrund aus Kalkstein. Auf rund 1.050 Hektar Rebfläche ist knapp die Hälfte mit Spätburgunder bestockt; Grau- und Weißburgunder ergänzen das Profil. Die Bergkuppe ist nahezu waldfrei und fast vollständig mit Reben bewachsen. Dadurch unterscheidet sich der Tuniberg sichtbar vom benachbarten Kaiserstuhl mit seinen Wald- und Trockenwiesenbereichen.

Der Tuniberg-Höhenweg bietet Ausblicke auf Schwarzwald, Vogesen, Kaiserstuhl und Markgräflerland. Weinorte am Höhenzug und in seiner Umgebung sind Gottenheim, Merdingen, Munzingen, Opfingen, Tiengen, Waltershofen sowie Ober- und Niederrimsingen. Die Erentrudiskapelle ist ein markanter Orientierungspunkt auf dem Tuniberg. Wer eine Wanderung mit Freiburg verbinden möchte, kann eine passende Etappe wählen und den Besuch einer Winzergenossenschaft oder eines Weinguts ergänzen. Am Weg gibt es außerdem Genussstationen bei Veranstaltungen wie „HochGenuss“; das konkrete Programm richtet sich nach dem jeweiligen Termin. Die landschaftliche Offenheit und die Nähe zur Stadt machen den Tuniberg besonders geeignet für einen kürzeren Ausflug mit Aussicht und Einkehr.

Markgräflerland: Gutedel zwischen Freiburg und Basel

Südlich von Freiburg reicht das Markgräflerland zwischen Rhein, Südschwarzwald, Elsass und Schweiz. Die rund 3.200 Hektar Weinberge liegen auf etwa 230 bis 480 Metern Höhe. Löss, Mergel, tonige Lehmböden und Verwitterungsgestein sorgen für unterschiedliche Standortbedingungen. Rund 70 Prozent der Rebfläche sind Weißweinlagen. Neben Burgundersorten ist vor allem Gutedel prägend; in Deutschland wird diese Sorte nahezu ausschließlich im Markgräflerland angebaut. Auf Anordnung des Markgrafen von Baden wurde sie 1780 in der Region eingeführt. Ihr dezentes Aroma bringt die Eigenschaften unterschiedlicher Böden gut zur Geltung. Hochwertige Gutedel-Spezialitäten werden auch unter den Namen Chasselas oder Chasslie angeboten.

Gutedel und Müller-Thurgau werden häufig leicht und säuremild ausgebaut und passen zu badischer Hausmannskost oder Flammkuchen. Wer die Bandbreite erkunden möchte, vergleicht einen frischen Gutedel mit einer ausgebauten Spezialität oder ergänzt die Probe um Spätburgunder. Winzerorte und Weinstädte der Region sind unter anderem Müllheim, Badenweiler, Staufen, Auggen, Schliengen, Efringen-Kirchen, Heitersheim, Bad Bellingen und Ballrechten-Dottingen. So lässt sich die Weinprobe mit einem Ortsbummel verbinden. Regionale Veranstaltungen setzen unterschiedliche Akzente: Beim Gutedelwandertag steht eine Genussroute von rund 14 Kilometern im Mittelpunkt, das Weinfest in Staufen versammelt Weine und Sekte der Region, und bei der Weinpromenade präsentieren Weingüter ihre Jahrgänge.

Weinwege und Einkehr passend auswählen

Das Markgräfler Wiiwegli erschließt die Vorberglandschaft durch Weinberge, Obstanlagen, Wälder, Dörfer und Städtchen. Der Schwarzwaldverein beschreibt Ausblicke auf Schwarzwaldberge, Vogesen und Rheinebene und weist auf asphaltierte Abschnitte hin. 2016 wurde der Fernwanderweg nach Süden verlängert; sein Ziel ist Grenzach-Wyhlen. Für die Etappenwahl sind daher Wegoberfläche, Höhenprofil und Anschluss am jeweiligen Start- und Zielort hilfreich. Die aktuelle Orientierung bietet die Wegbeschreibung des Schwarzwaldvereins.

Auf dem Tuniberg ist der Höhenweg wegen seiner offenen Weinberglandschaft und der weiten Aussicht eine naheliegende Wahl; am Kaiserstuhl prägen Hohlwege und Terrassen das Erlebnis. Bei mehreren Weinproben planen Sie die Rückfahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, einer Übernachtung oder einer nüchtern bleibenden Fahrperson.

Straußen- und Besenwirtschaften öffnen saisonal, häufig für einige Wochen im Frühjahr oder Spätsommer. Speisekarte und Öffnungstage unterscheiden sich je nach Betrieb. Typische regionale Gerichte wie Brägele mit Bibiliskäs, Flammkuchen oder Schlachtplatte passen zu einer gemütlichen Einkehr nach dem Spaziergang. Eine Übersicht zu Straußenwirtschaften im Schwarzwald hilft bei der Auswahl; ergänzende Ideen für Verkostungen und Touren bietet der Weinreisen-Guide.

Welche Weinregion passt zum Ausflug?

Der Kaiserstuhl bietet die stärkste Verbindung von Vulkanlandschaft, Lösshohlwegen und vielfältigen Burgundern. Der Tuniberg eignet sich für offene Weinbergblicke und kurze Wege von Freiburg aus; Spätburgunder steht dort besonders im Mittelpunkt. Das Markgräflerland verbindet Gutedel, südliche Winzerorte und längere Wanderoptionen.