Kandel (Berg) Mit dem Motorrad hoch zum Kandel-Gipfel und die Aussicht aufs Rheintal geniessen

Kandel (Berg)

Kandel ist der Name eines Berges im Schwarzwald. Der Kandel ist mit 1.241 m ü. NN die höchste Erhebung im Mittleren Schwarzwald in Baden Württemberg. Als „Hausberg“ der Stadt Waldkirch wirkt das Kandel-Bergmassiv durch seine exponierte Stellung abseits vergleichbarer Berge im Schwarzwald imposanter, höher und bietet eine außergewöhnliche Aussicht über den Schwarzwald und über das zu seinen Füssen verlaufende Elztal mit Ferienwohnungen Hotels in Waldkirch oder Gutach hinunter ins Rheintal.
Selbst Teile der Alpen und der nahe Kaiserstuhl sind vom Berg Kandel gut zu sehen. Wegen dieser Lage und wegen der zahlreichen Sport- und Freizeitmöglichkeiten, die Urlauber im Schwarzwald an den Hängen und auf dem Gipfelplateau des Kandel vorfinden, ist der grosse Felsen ein wichtiger touristischer Anziehungspunkt für Urlaub im Schwarzwald.
Die Entstehung des Kandel-Bergmassivs hat tektonische Ursachen. Geologie und Berg-Relief des Kandel, der zum zentralschwarzwälder Gneisgebiet gehört, zeigen die Hebung einer Scholle. Die Kandel-Bergscholle stieg während der Kandel-Entstehung pultförmig von der Hochfläche um Sankt Peter nach Nordwesten hin an. Verwerfungen, die sich teilweise als deutliche Geländekanten abzeichnen, umgeben das Kandelmassiv. Die nahe Rheinebene ist mehr als 1000 Meter und die Berge jenseits des Elztales 500-600 Meter tiefer als der Kandel-Gipfel. Die Heraushebung der Kandel-Scholle gegenüber der Rheinebene dauert – mit 1-2 mm / Jahr – bis heute an. Wenn es dabei „hakt“, entstehen mitunter sogar Erdbeben im Schwarzwald.
Tiefe Schwarzwald-Täler haben die Bergregion am Kandel radial in teils rundliche, teils felsige Bergrücken gegliedert. Die Steilhänge am Kandel fallen nach Südwesten (Glottertal) um bis zu 600 Meter in die Tiefe ab, nach Nordwesten (Elztal) 650 m und nach Nordosten (Simonswälder Tal) gut 700 m. An der südostwärts gelegenen Kandelflanke fällt der Berg hingegen deutlich sanfter, Richtung Sankt Peter um 500 m und zur Platte über den Zweribachwasserfällen hin um gut 200 m ab. Am ausgedehnten grünflächigen Südhang entsteht ausgeprägte Thermik, die mit hier oft entstehenden großen Gewitterzellen das Wettergeschehen des Breisgaues regelmässig beeinflusst. Eiszeitliche Vergletscherungen und die darauf zurückgehenden Formen des Kandel-Gebirgsstockes fallen heute im Landschaftsbild der Schwarzwald-Region wenig in Erscheinung.
Zur Geschichte des Kandel gehört auch sein Ruf als unheimlicher, teils mystischer Berg, der von Bergfeen, Kobolden und vor allem von Hexen bewohnt wurde. In der frühen Neuzeit nannte man den Kandel auch „Blocksberg des Schwarzwaldes“. Im unteren Elztal, einem der Schwerpunkte der mittelalterlichen Hexenverfolgung in Deutschland, brannten einst zahlreiche Scheiterhaufen. Die Walpurgisnacht wird heute als Teil der Feste und Traditionen im Schwarzwald und Brauchtumspflege begangen.

Sport- und Freizeitmöglichkeiten am Kandel

Am Kandelmassiv finden Schwarzwald-Urlauber ein umfangreiches Wegenetz zum Wandern und Mountainbiken im Schwarzwald. Viele wandern zu Fuss auf dem Südteil des Kandelhöhenwegs des Schwarzwaldvereins. Aktivurlauber haben am Kandelfelsen ihr Paradies: Ein Kletterrevier im Schwarzwald mit Routen der meisten Schwierigkeitsgrade, sowie weiter oben einen Startplatz in Richtung Süden mit Landeplatz im Glottertal und eine hölzerne Startrampe in Richtung Westen mit Landeplatz am Heimeck für Drachen- und Gleitschirmflieger sind im Sommer am Kandel zu finden.
Ebenso aktiv sind schon ab dem Frühjahr die Biker am Kandel. Sobald die Sonnenstrahlen den Schnee auf dem Kandel weggetaut haben, wird die Hauptstraße hinauf zum Kandel stark von Motorradfahrern frequentiert, die hier eine kurvenreiche und anspruchsvolle Strecke vorfinden. Der Kandel-Parkplatz auf dem Gipfel sowie das hier befindliche Kandel-Hotel mit Freiluft-Restaurant ist dann ein beliebter Biker-Treffpunkt im Schwarzwald. Auuser dem Gipfelrestaurant am Kandel gibt es noch weitere gastronomisch bewirtschaftete Hütten wie die Gustav-Beck Hütte (1030m), Gaisfelshütte, Thomashütte, Langeckhütte (780m) und Gummenhütte.
Zum Kandel hinauf strampeln zahlreiche Radrennfahrer, vor allem über die Nordwestanfahrt von Waldkirch, die teilweise einen alpinen Schwierigkeitsgrad hat. Auf 12 Kilometern überwindet man mit dem Rad am Kandel insgesamt 926 Höhenmeter, was einer durchschnittlichen Steigung von 7,7 % entspricht. Die Kandel-Auffahrt ist daher fast identisch mit der Bergankunft in L'Alpe d'Huez mit 13 Kilometern Länge und 7,9 % Durchschnittssteigung.
Zum Skifahren am Kandel stehen in der Wintersaison drei Skilifte zur Verfügung. Eine Langlaufloipe, die 5 Kilometer lange Kandelloipe, wurde inzwischen zwar eingestellt, einige Freiwillige spuren jedoch weiterhin Loipen zum Ski laufen im Kandelgebiet. Busverbindungen auch zum Transport von Rädern oder Skiern zum Gipfelgebiet (Kandel Rasthaus) bestehen mehrmals täglich von Freiburg über Waldkirch, Denzlingen oder St. Peter. Auch hier ist für Schwarzwald-Urlauber mit Schwarzwald-Gästekarte der öffentliche Nahverkehr zum und am Kandel kostenlos.

Foto: VoyageMedia / Schwarzwald-Netz.com

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